Aus dem Abi, ab ins Leben – Hyperborea

In Hyperborea - Per Anhalter zum Nordkap habe ich bereits über Jannis von Jannis Life berichtet, wie er nach seinem Abi von Leverkusen bis zum Nordkap getrampt ist. Ein wahres Abenteuer mit guten und schlechten Seiten.

 

Aus dem Abi, ab ins Leben ... Hyperborea

 

Ich habe Jannis für euch interviewt und ihn über seinen Film und den bevorstehenden Kinostart ausgequetscht!

 

Hey Jannis, erzähl uns doch kurz was über dich! Wer bist du und wie bist du zum Abenteuerblogger geworden?

Hey, ich bin Jannis, 19 Jahre alt, aus Leverkusen. Ich konnte mir nie wirklich vorstellen, einen festen Job anzunehmen, da ich das Reisen und entdecken liebe. Also habe ich am 4. März 2014, an meinem 18. Geburtstag mein Gewerbe angemeldet. Was genau ich tun würde, wusste ich noch nicht. Auf jeden Fall sollte es mit meiner großen Leidenschaft: dem Reisen zu tun haben. Im selben Jahr, in den Sommerferien, bin ich über die Alpen gewandert und nach Süditalien getrampt, um meine Freunde vom Schüleraustausch zu besuchen. Unterwegs habe ich meinen Blog Jannis' Life gestartet, wo ich über dieses und alle weiteren Abenteuer berichtet habe und meinen Lesern Tipps zur Planung ihrer eigenen Abenteuer gebe.

 

Du bist mit deinem Freund Joel bis ans Nordkap getrampt, wie bist du auf diese verrückte Idee gekommen?

Jannis Riebschläger (links) und Joel Galla (rechts) beim Trampen bei gutem Wetter in Finnland - Jannis Riebschläger

Seit einer Norwegenreise mit meinen Eltern, als ich ein kleines Kind war, hat mich diese wilde Landschaft nicht mehr losgelassen. Daher musste ich nachdem ich mit der Schule durch war und endlich unbegrenzt reisen konnte, unbedingt dorthin zurückkehren.
Bei der Tramp-Tour im Vorjahr hatte ich so viel Spaß, dass ich den verrückten Plan geschmiedet habe: Per Anhalter nach Skandinavien reisen. Mein Kumpel Joel war nach meinen Berichten von der Italientour schon ziemlich neidisch. Als ich ihm von meinem Plan erzählt habe, hat er nicht lange gezögert und gefragt, ob er mitkommen kann. Gesellschaft ist bei so einer Reise nicht verkehrt.
Da wir nun alle Zeit der Welt hatten wollten wir mit unserem Ziel nicht zu klein anfangen. Wir wollten so weit nach Norden wie nur irgendwie möglich, daher unser Ziel: Das Nordkap. Auch haben wir uns gegen die direkte Route über Dänemark und Schweden entschieden. Stattdessen sind wir über Polen, Litauen, Lettland, Estland und Finnland nach Norwegen ans Nordkap getrampt. Das war grade für mich sehr spannend, da ich vorher noch nie in Osteuropa war.

 

Trampen wird immer als gefährlich dargestellt. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ich hatte schon einige hundert Mitfahrgelegenheiten, da sind auch ein paar schräge Vögel bei gewesen. Was ich jedoch wirklich noch nie erlebt habe ist, dass ein Fahrer mich angegriffen, beraubt oder entführt hat. Sei selbstbewusst und sag klar, wenn du etwas nicht willst. Dann ist Trampen nicht gefährlicher, als jede andere Autofahrt auch.

 

Ich kann mir vorstellen, das du viele interessante Menschen auf deinem Weg getroffen hast. Gibt es jemanden den du nicht mehr vergessen wirst?

Da gibt es so einige! Z.B. Jochen, der auch nach vielen Jahren in Norwegen noch mit so einer Begeisterung von dem Land erzählt, dass ich sofort wieder Fernweh bekomme, wenn ich die Beschreibung höre, oder Peter, ein deutscher Aussteiger, der mich auf Fuerteventura in einem rostigen, alten Landrover aufgesammelt und mit auf seine Selbstversorger-Farm genommen hat. Für mich sind es grade die Begegnungen mit den Menschen, die die Reisen so unvergesslich machen.

 

Viele Reisende erwähnen immer wieder Dinge die sie von zu Hause vermissen. Gab es etwas was du vermisst hast?

Familie und Freunde, manchmal auch meine Gitarre und oben am Nordkap: Auf jeden Fall die heiße Dusche!

 

Es muss unbeschreiblich und atemberaubend gewesen sein, endlich das Nordkap erreicht zu haben. Wie hat es sich für dich angefühlt und was ging dir durch den Kopf?

Mitternachtssonne am Nordkap - Jannis Riebschläger

Es war irgendwie unwirklich. Wir haben dem Nordkap so lange entgegengefiebert. Ich habe noch zwei Tage gebraucht, um zu realisieren, dass ich wirklich angekommen bin. Ohne den Film spoilern zu wollen: Das kleine Extraabenteuer, das wir uns für den letzten Tag ausgedacht haben, war eines meiner absoluten Highlights der Tour! Als das vorbei war, hatte ich gemischte Gefühle. Geschafft, Ziel erreicht! Natürlich war ich überglücklich. Auf der anderen Seite allerdings ein bisschen traurig, dass die Tour nun vorbei war. Daher bin ich auch den Rückweg noch getrampt.

 

Diese Tour hat deine gesamte Bloggerkarriere verändert. Du hast einen Film (Hyperborea - Per Anhalter zum Nordkap) über diesen Trip produziert und wirst in diesem Jahr durch deutsche Kinos touren. Wo werden wir deinen Film sehen können?

Rund 40 Kinos haben bestätigt. Es sollte also für jeden etwas in der Nähe sein. Die vollständige Liste gibt es hier.

 

Nach diesem Aufschwung wirst du bestimmt erst einmal Ruhe brauchen, oder hast du schon ein weiteres Abenteuer geplant?

Einbaumüberfahrt in Chitwan
Einbaumüberfahrt in Chitwan - Jannis Riebschläger

Ruhe? Ganz im Gegenteil. Nach der langen (über zwei Monate) Sesshaftigkeit zur Postproduktion des Films, hatte ich wieder Hummeln im Hintern. Eine Woche nach der Kinopremiere des Filmes bin ich deshalb nach Nepal geflogen, wo ich die letzten drei Monate auf der Suchen nach neuen Abenteuern Kreuz und Quer durch das Land gereist bin. Jetzt bin ich im tatsächlich recht ruhigen Marokko, um ein Buch über meine Erlebnisse in Nepal zu schreiben. Außerdem arbeite ich hier noch an noch einem weiteren Projekt. Das ist jedoch noch nicht offiziell.
Nach der Kinotour mache ich dann meinen Motorradführerschein. Das Biken habe ich in Nepal gelernt und hatte super viel Spaß!

 

Eine letzte Frage habe ich noch an dich Jannis. Was möchtest du meinen Lesern mit auf den Weg geben?

Geh raus, mach dein Ding, im schlimmsten Fall ist es eine Erfahrung.

 

Vielen Dank für das Interview Jannis. Ich wünsche dir eine geniale Kinotour und viele weiter atemberaubende Momente auf deinen Reisen!

Danke dir!

 

Ich hoffe dir hat das Interview mit Jannis gefallen? Vielleicht besuchst du ja seinen Film in einem Kino in deiner Nähe!? Es lohnt sich auf jeden Fall...

Hyperborea Trailer from Jannis Riebschläger on Vimeo.

 

Stay tuned!
Mogli

 

Ich freue mich auf deinen freundlichen und hilfreichen Kommentar!