Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben

Heute ist der 1. Advent im Jahr 2015. In viereinhalb Wochen ist schon wieder Weihnachten.

Die vorweihnachtlichen Zeit ist für die meisten Menschen durch Nächstenliebe und Geborgenheit geprägt. Gerade unserer Eltern wollen deshalb die Familie, besonders ihre Kinder (uns) beisammen haben und die besinnlichen Stunden gemeinsam verbringen.

Doch was ist, wenn ihre Kinder nicht da sein können, weil sie gerade mal wieder durch die Welt reisen? Haben sie Ängste, ist es ihnen egal?

Die Geschichten können so unterschiedlich nur sein.

Hier geht es nicht nur um die Weihnachtszeit, sondern um die Tatsache, dass wir reisen. Wir wollen frei sein, die Welt als unseren Spielplatz sehen und heute hier und morgen dort sein. Selbst entscheiden können, wo wir morgen aufwachen und an welchem Ort der Welt wir gerade unsere Füße im Sand verbrennen!
Doch wie ist es für unsere Eltern, wenn ihre Tochter, oder ihr Sohn ständig in fremden Ländern ist!? Womöglich noch in Ländern, von denen man nichts Gutes aus den Medien hört?

Mich hat es unheimlich interessiert und ich konnte in den letzten Jahren bei meinen Eltern heraushören, bzw. durch Gespräche erfahren, dass es ihnen nicht immer so leicht gefallen ist, mich gehen zu lassen. Besonders nach meiner letzten Reise, für die ich mir ein One-Way-Ticket nach Costa Rica gekauft habe und nicht einmal wusste, wann und ob ich wieder zurück "nach" Hause" kommen werde.

Diese Tatsache war nicht leicht für meine Eltern und genau aus diesem Grund wolle ich anderen Reisebloggern auf den Zahn fühlen, wie es ihren Eltern geht, wenn sie mal wieder in Australien, der Türkei oder Lateinamerika unterwegs sind.

Heute bin ich jedoch so frech und verrate dir nur die Version meiner Eltern.
In den nächsten 7 Tagen gibt es dann täglich zwei weitere Reiseblogger/Innen und ihre ganz persönliche Geschichte, wie es um ihre Eltern steht.
Ich finde es wirklich interessant und sehr informativ, wie unterschiedlich Eltern mit der Tatsache umgehen, dass ihre Kinder Weltenbummler und Reisefreaks in den unterschiedlichsten Formen sind.

Für mich persönlich ist es beispielsweise wirklich spannend zu sehen, dass meine Eltern sich immer mehr daran erfreuen (sie haben sich schon immer erfreut und es mir ja quasi in die Wiege gelegt), dass ich meinen Weg gefunden habe und glücklich damit bin.
Jedes Mal, wenn sie einen Zeitungsartikel ausschneiden und mir per Whatsapp schicken oder sie wieder eine Doku gefunden haben, von einem Ort an dem ich schon war, freue ich mich zu tiefst und denke mir, jetzt habe ich sie auch angesteckt! Über die letzten Jahre hinweg, haben sie durch meine Reisen sogar gelernt mit Skype, Facetime und Whatsapp umzugehen. Ebenso durfte ich meinen Dad auch schon in die Kunst des couchsurfens einführen.

Das Gefühl, meine Eltern so mitfiebern zu sehen, ist der Wahnsinn und gibt mir gleichzeitig so viel Respekt und Stolz zurück, dass ich nicht mehr machen kann, als meinen Eltern für alles zu danken, was sie je für mich ermöglicht haben!

                "DANKE!!!"

Lass dich jetzt aber überraschen und verpasse auf keinen Fall die weiteren Teile, denn die Mischung ist großartig und höchst interessant!
Egal ob du gerade erst Abi hast und für ein Jahr nach Australien zum Work & Travel gehst, oder du bereits seit Jahren aus dem Elternhaus ausgezogen bist. Unsere Eltern werden sich immer Gedanken machen und Ängste haben...

 

Ich habe meine Eltern mal gefragt, wie es ihnen damit geht, dass ich als "digitaler" Nomade/Weltenbummler die Welt bereise?
Dies ist die Antwort meiner Mutter...

"Ja wo fängt man denn da an !! mit der Angst, der Freude, dem Stolz …...

In der Jugend wollte sicher jeder einmal ausbrechen und in die Welt gehen, aber nur wenigen ist es vergönnt. Liegt es an einem selbst, an der Gesellschaft oder an der Unterstützung der Familie? Das kann nur der Einzelne von Euch sagen.

Ich wollte in die Welt, aber ich war:
1.nicht stark genug mich gegen meine Familie durchzusetzen
2. meine Eltern hätten mich dabei nicht unterstützt ( ich wurde behütet) und
3. die Gesellschaft 1982 / DDR.

Somit war unser ganzer Ausbruch, 1985 - 150 km von den Eltern entfernt unsere kleine Familie aufzubauen.

Unser Sohn ist 1986 geboren und schon in meinem Bauch stand für mich / uns fest – es wird ein Junge und der soll die Welt entdecken!!!!!

Das erste Mal sind wir, unser Sohn mit knapp 4 Jahren, 1989 mit einen Rucksack und seinem Bären unter dem Arm, in die BRD /Frankfurt am Main umgesiedelt.

Danach ging es in den Westerwald. Mit 16 Jahren ist unser Sohn dann in den Rheingau. Weiter folgten Inzell, Argentinien und Nürnberg. Das alles ist nicht immer leicht für uns gewesen. Wir hatten Angst das er auf die schiefe Bahn kommt und wir es erst zu spät mitbekommen, das es ihm nicht gut geht und er zu stolz ist es zuzugeben.

Er hat diese Hürden gemeistert und hat sich positiv weiterentwickelt. Darauf sind wir sehr stolz.

Den ersten größeren Aufenthalt 2006 für 3 Wochen in Kanada, telefonieren konnten wir zu dieser Zeit nur übers Festnetz.

Nach seiner Ausbildung / Zivi / während seines Studiums war er oft in Süd- und Mittelamerika. Ein halbes Jahr Argentinien, 6 Wochen Argentinien, halbes Jahr in Granada (Spanien), halbes Jahr in der Dominikanischen Republik. Der Abschied war immer schwer und von uns mit vielen Gedanken verbunden.

Werden seine Erwartungen, bzw. Träume erfüllt, wird er gesund wieder nach Hause zurück kehren, wird er eine Familie in der Ferne gründen (welches glaube eher als Sorge gilt, dass ich nie wieder zurück kehren würde!). Die "gesellschaftliche Norm", wird sie ihn einholen ?

2014 hieß es dann, „Ich steige mal für mindestens ein Jahr aus.“
Ich muss sagen, von Jahr zu Jahr wird es für uns immer schwieriger Abschied zu nehmen. Liegt es vielleicht daran, ihn eventuell nicht mehr in die Arme schließen zu können, weil wir älter werden und das Leben vergänglich ist? Ich weiß es nicht!

Dann wiederum, wenn er in der Welt ist und sich meldet – ist ja heutzutage jederzeit möglich - ist alles gut. Man sieht und hört das es ihm gut geht. Es ist egal ob man da 5 km oder 5000 km entfernt ist.

Es können nicht viele Eltern behaupten “Unser Kind lebt unseren Traum, ist unendlich glücklich damit und wir freuen uns mit ihm von ganzem Herzen!!!“

 

Wird dir nun ein wenig bewusster, wie es für unsere Eltern sein muss, wenn wir unserem Glück nachreisen, als digitale Nomaden, als Reisefreaks oder einfach nur zum Urlaub!?
Ich hoffe du verstehst das alles nicht falsch, denn ich möchte dich dazu animieren, reisen zu gehen und die Welt, wie auch dich selbst zu entdecken. Alles nur erdenkliche von anderen Kulturen aufzusaugen und deinen Weg des glücklich seins zu finden. Aber vielleicht wird es uns so möglich werden, anders mit den Ängsten und Gedanken unserer Eltern umzugehen!? Sie nicht allein zu lassen, auf sie zugehen und mit ihnen darüber sprechen. Denn auch wir werden älter, bekommen womöglich irgendwann einmal eine Familie. Und meinst du nicht auch, dass es uns dann genau so gehen wird!?

 


 Hast du auch schon mal mit deinen Eltern darüber geredet, wie es ihnen damit geht, wenn du auf Reisen bist?

Deine Variante interessiert mich sehr, also ab damit in die Kommentare, oder per Email an mich.


 

 

 

Hier findest du die weiteren Teile dieser Serie:

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #1

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #2

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #3

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #4

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #5

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #6

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #7

 

 

Titelbild: unsplash.com // by Pedro Venâncio


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8 Comments on “Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben

    1. Hey Jojo & Jezz,
      Vielen Dank!
      Womöglich werden wir dieses Gefühl erst selbst erleben, wenn wir mal Kinder haben! Aber ich denke einfühlen ist jetzt schon möglich…
      Liebste Grüße
      Marcus

  1. Deine Mum ist toll! Schön, was sie schreibt. Besonders berührt mich der Teil, in dem sie sagt, dass es immer schwerer wird, weil das Leben vergänglich ist. Eine Tatsache, die es wohl für viele von uns schwer macht! Egal ob Eltern oder Reisende! Aber durch Skype etc. haben wir sie ja dennoch bei uns, was das alles wieder einfacher macht. Und die Vergänglichkeit darf am Ende nicht das sein, was uns am Leben abhält! Umso schöner, dass sie stolz auf dich sein kann und sich für dich freuen kann! Eltern können so toll sein! Herzlichen Glückwunsch zu deinen! :-)

    1. Hey Pana,
      Danke erstmal für deinen tollen Kommentar.
      Zum Schluss musste ich kurz schmunzeln, denn zu meinen Eltern Gratulieren ist auf irgendeine Art amüsierend, findest du nicht auch!?
      Aber recht muss ich dir auch geben, dann man sollte sich nicht vom Leben abhalten lassen, denn die Vergänglichkeit ist ein teil davon…
      Nur das Beste für deine Reisen…

      1. Ja, ist natürlich lustig, aber ich meine das wirklich so… in Deutschland habe ich ja viel mit Jugendlichen gearbeitet… da gab es einige Jugendliche, bei denen es vom Elternhaus nicht einfach war … da darf man schonmal zu tollen Eltern gratulieren! 😀

  2. Tolles Thema. GEFÄLLT MIR. Da erinnere ich mich an meine Eltern. Wenig verständnisvoll. „und wo bleiben unsere Enkelkinder?“… „willst du denn gar nicht heiraten und ordentlich Geld verdienen? „… „und was hast du vom rumreisen? “
    Am Ende konnten sie mich nicht aufhalten. Ein bisschen stolz haben sie es dann doch immer ihren Freunden erzählt und geheiratet und Geld verdient habe ich dann auch… Nur nicht in Deutschland 😉
    Freue mich auf die weiteren Teile…Daniela

    1. Hey Daniela,
      vielen Dank für deine Worte.
      Jeder mus eben SEINEN Weg finden, manchmal früher und manchmal später! Die Eltern, oder umstehenden Menschen verstehen es früher oder später schon!

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