Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben #3

Heut emöchte ich dir mal eine kleine Abwechslung bieten...

Und zwar habe ich nach den ganzen Frauen in den letzten Tage, heute endlich eine männliche Geschichte zum Thema "Wenn Kinder die Welt entdecken und Eltern Ängste haben!" für dich!

Ben // BEN UM DIE WELT

Ben Strasser

Über Jahre hinweg hat er deutschlandweit Konferenzen organisiert aber irgendwann hat ihm das nicht mehr so gepasst! Ben hat seinen Job gekündigt, sich ein Fluckticket nach Nepal gekauft und seinen geliebten Rucksack wieder gepackt! Und weil ein neuer Abschnitt immer neue Ideen mit sich bringt hat er seinen Blog benumdiewelt.de gestartet!

 

 

 

Wie lange und warum reist du eigentlich?

Angefangen hat alles 2008 mit einem ersten längeren Auslandsaufenthalt – knapp 9 Monate war ich damals unterwegs – Work&Travel in Australien und Besuche in anderen Ländern, die auf dem Weg lagen.
Im September habe ich meinen geliebten Rucksack wieder gepackt und bin zuerst nach Nepal losgezogen. Das Fernwehgen treibt mich regelmäßig raus – der Horizont stets bereit erweitert zu werden. Ich will die Welt sehen, mit allen Farben und Facetten, will neue Erfahrungen sammeln und meine Zeit genießen, nachdem ich meinen Job in Deutschland gekündigt habe!

 

Was sagen deine Eltern dazu, dass du als digitaler Nomade / Weltenbummler die Welt bereist?

Ich bin bei meinem Vater aufgewachsen, für den es schon damals nicht einfach war loszulassen. Ich glaube, dass das ein Punkt ist, der Eltern generell schwer fällt, egal wie alt die Kinder sind.

Doch damals war klar “Ben hat Abi und Zivi hinter sich und will die Welt sehen bevor es weitergeht“. Es war ein absehbarer Zeitraum, es war klar, dass ich in Australien Geld verdienen würde, ich hatte ein Rückflugticket und außerdem war es Australien – ein sicheres und bekanntes Land am anderen Ende der Welt.

Sieben Jahre später, kündigt der Sohn seinen Job, kauft sich ein One-Way Ticket nach Nepal und auf einmal ist nichts mehr klar, nichts mehr sicher.

Was sagen Eltern dann in einem solchen Fall? Mein Dad hat mir diese Frage einmal beantwortet.

„Was sollen sie sagen, sie müssen es verstehen, hinnehmen und hoffen, dass ihr Kind wieder gesund nach Hause kommt. Es ist eine neue Erfahrung, da es so etwas zu meiner Zeit nicht gab und ich vielleicht ein bisschen zu bodenständig bin. Aber, wenn es Dich erfüllt und Du glücklich bist, dann soll es so sein.“

Ich wollte eine mehrwöchige Auszeit, nur Urlaub – doch dann hat sich die Chance des Freelancing ergeben und „ein paar Wochen“ waren mir nicht mehr genug. Erzählt habe ich das zu Hause nicht, da ich niemanden beunruhigen wollte. Aber ich glaube es wäre fairer gewesen, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen…

Als das später erklärt war kam bei meinen Liebsten die Angst auf, ich könne garnicht mehr zurück kommen und würde mein Lager irgendwo in der Welt aufschlagen.

Eine Freundin meinte: „auf diesen Tag habe ich gewartet seit ich dich kenne, dass du einfach die Zelte abbrichst und in die Welt raus gehst.“

Manchmal muss man vielleicht einen Weg gehen der nicht jedem logisch erscheint, aber nur so kann man sich finden, Kraft tanken, Eindrücke aufsaugen und genießen!

Anfänglichem Misstrauen oder Angst von Außen sind mit der Zeit dann Unterstützung und Freude gefolgt. Es fühlt sich toll an, wenn alle hinter einem stehen die anfangs noch skeptisch waren, weil man den Weg eingeschlagen hat, den man nun geht. Und auch der versteckte Stolz der Eltern macht einen doch irgendwie glücklich!

„Alles in Allem wünsche ich mir nur, dass es Dir gefällt, Du Dir deine Träume und Wünsche erfüllst und bald wieder glücklich und gesund bei uns bist“ – Danke Papa! Mir geht es wunderbar, es war der richtige Weg und ich bereue nichts – aber ich kann dir noch immer nicht sagen wann ich wieder zurück sein werde!

Laura-Lee // THE TRAVELLETTE

Laura-Lee Lehmann

Ich bin Laura-Lee und ich wohne seit 3 Jahren in Barcelona. Auf meinem Reiseblog thetravellette.com schreibe ich über die schönsten Ecken in der katalonischen Hauptstadt. Ich möchte euch die Reise erleichtern, indem ich euch schon vor Abflug Tipps zu Restaurants, Orten und Menschen gebe. Aber auch ich kann vom Reisen nicht genug bekommen und so berichte ich zusätzlich über meine Ausflüge in den Rest der Welt.

Wie lange und warum reist du eigentlich?

Ich reise selbstständig seit meinem 16. Lebensjahr. “Selbstständig” deshalb, weil viele Leute hier auch oft ihre Kindheitsurlaube mit reinnehmen würden. Ich finde zu reisen ist eine Lebenseinstellung, die man selbst wählt und da gehören Ausflüge mit der Familie für mich nicht mit rein. Man hatte ja schließlich keine andere Wahl, als mitzukommen. 😉

Das erste Mal im Flieger saß ich mit 18. Damals ging es mit Freunden für einen Tag nach London. Wir sind morgens super früh mit Ryanair los und abends wieder zurück. Der Flug hat sage und schreibe 2 Cent gekostet. Die Billigfluggesellschaft wurde gerade in Deutschland gelaunched und bot deshalb diese Wahnsinnspreise an. Ab diesem Zeitpunkt bin ich gereist, wann immer ich Zeit und Geld hatte.

Und warum? Weil mir ein Leben an einem Fleck der Erde einfach zu langweilig ist. Ich brauche neue Erfahrungen an anderen Orten, Gespräche mit fremden Menschen, exotisches Essen und vor allem Sonne, wie die Luft zu atmen. Durch die Medien bekommt man niemals den richtigen Eindruck von Kultur, Natur und Menschen, also geh ich raus und schaue mir an, wie die Welt wirklich ist.

 

Was sagen deine Eltern dazu, dass du als digitale Nomadin / Weltenbummlerin die Welt bereist?

Damit ihr euch ein Bild machen könnt, meine Eltern wohnen in einer kleinen Stadt in der Nähe von Hamburg und sind selbst nur sehr selten in ferne (und auch nahe) Länder gereist. Auch haben beide nicht viel mit dem “großen mächtigen Internet” am Hut. Sie gehören eher zu der Fraktion, wir leben im Hier und Jetzt und das Internet raubt uns nur Zeit und Energie.

Das alles zusammen macht es nicht unbedingt leichter ihnen zu erklären womit ihr erstgeborenes Kind Geld verdient. Ohne das Internet würden alle Jobs, die ich in meinem Leben gemacht habe gar nicht existieren. Nun schreibe ich über meine Reisen und teile auch noch Fotos von mir und meinen Reisezielen im WWW. Das können beide immernoch nicht so verstehen. Aber mittlerweile sind sie schon stolz auf mich, sagen sie. 😉

Zusätzlich, zu meinen Reisen, wohne ich seit über 3 Jahren in Spanien. Das war am Anfang ein großes Problem, vor allem für meine Mutter und mich. Wir haben uns damals sehr regelmässig gesehen und nun war es einfach nicht mehr so oft möglich. Aber ich habe sie so auch nach Barcelona gelockt, wo sie ohne mich wahrscheinlich nie hingereist wäre. Klar, machen sich beide immernoch Sorgen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an jede Situation. Und es gibt für alles eine Lösung. Wir Skypen zum Beispiel jeden Montag und ich versuche schon mindestens 3 Mal im Jahr für ein langes Wochenende nach Hause zu kommen. Dazu gehört auch Weihnachten.

Klar, hat sich unser Verhältnis durch meine Lebensart geändert. Wir verbringen die gemeinsame Zeit nun noch intensiver und ich habe das Gefühl meine Eltern wachsen auch ein Stück mit jeder Geschichte, die ich ihnen erzähle und jedem Foto, das ich ihnen zeige.

Meine Mutter meinte zu mir, bevor ich nach Barcelona gezogen bin, dass ich genau das Leben wähle, wovon sie auch immer geträumt hat. Damals entschied sie sich aber für einen anderen Weg und wurde zur besten Mama der Welt.

Und sein wir mal ehrlich, irgendwann kommen wir doch eh (fast) alle wieder nach Hause. 😉 Man lehrnt eben wirklich erst zu schätzen, was man hat, wenn man es nicht mehr hat bzw. es weit weg ist.

 

 

Ich freue mich riesig über die Offenheit und die Einsichten in das Leben anderer Reisender.

Deshalb würde es mich auch sehr interessieren, wie es bei dir zu Hause aussieht.
Wie gehst du und deine Eltern mit dem Thema Reisen um? Sprecht ihr offen darüber, legt ihr eure Gefühle offen und versucht einen guten Kompromiss zu finden?

Hinterlass mir einen kurzen Kommentar weiter unten und verrate mir deine Geschichte!

 

 


Wie findest du die Geschichte von Ben und Laura-Lee?
Wie sehen es deine Eltern?

Lass es mich in den Kommentaren wissen!


 

Hier findest du alle Teile dieser Serie:

Wenn Kinder die Welt bereisen ...

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #1

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #2

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #4

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #5

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #6

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #7

 

Titelbild: unsplash.com // by Pedro Venâncio


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2 Comments on “Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben #3

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