Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben #2

Das Thema ist einfach so interessant und passt so gut zur vorweihnachtlichen Zeit.

Deshalb gleich nochmal zwei bezaubernde Reisebloggerinnen mit ihrer persönlichen Geschichte zum Thema "Wenn Kinder die Welt bereisen und Eltern Ängste haben!"

Julia // GLOBUSLIEBE

Julia Lassner

 

Die letzten 4 Jahre reiste Julia ohne festen Wohnsitz um die Welt, studierte im Ausland und arbeitete auf Kreuzfahrtschiffen. Mit Kamera, Notizblock und ganz viel Neugierde im Gepäck entdeckt sie ferne Länder und fremde Kulturen und berichtet darüber auf www.globusliebe.com.

 

Wie lange und warum reist du eigentlich?

Schon als Kind bin ich viel mit meiner Familie gereist. Als Jugendliche war ich mit Freunden unterwegs und später auch alleine, wobei das Alleinreisen nicht unbedingt meine liebste Reiseart ist.

Wieso ich reise? Ich möchte die Welt kennenlernen und begreifen. Ich möchte mit Vorurteilen aufräumen, Menschen begegnen, fremde Kulturen und Religionen entdecken und Neues lernen.
Außerdem gibt es für mich kein besseres Gefühl, als die unendliche Freiheit beim Reisen zu spüren, morgens aufzustehen und nicht zu wissen, was der Tag bringt, den Moment zu leben ohne an Morgen zu denken. Auf Reisen fühle ich mich unglaublich frei und lebendig.

 

Was sagen deine Eltern dazu, dass du als digitale Nomadin / Weltenbummlerin die Welt bereist?

„Du machst es richtig,“ sagen meine Eltern. Sie finden es gut, dass ich mir die Welt ansehe und stehen zu 100 Prozent hinter mir.

Mein Papa arbeitete (genau wie ich) in jungen Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff und reiste mit dem Rucksack um die ganze Welt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich als Kind seine vielen tollen Fotoalben von exotischen Ländern durchgeblättert und mir vorgenommen habe, all diese wundervollen Orte selbst zu besuchen.

Als ich nach meiner Australien-Reise einen passenden Rückflug nach Deutschland suchte, brachte mein Papa mich auf die Idee, einen Zwischenstopp im Paradies einzulegen. „Wenn du schon mal so nah dran bist, solltest du dir Hawaii anschauen,“ meinte er und ich blieb eine Woche auf O’ahu

Obwohl wir uns relativ selten sehen, habe ich eine sehr innige Beziehung zu meinen Eltern. Wenn wir Zeit füreinander haben, dann nutze wir sie ganz intensiv. Wir reden über alles und ich habe keine Geheimnisse vor ihnen. Ich bin sehr glücklich und dankbar dafür, dass sie immer hinter mir stehen, mich in all meinen Entscheidungen unterstützen und mir nicht vorschreiben, wie ich mein Leben zu führen habe.

Ich glaube, im tiefsten Inneren machen sie sich oft Sorgen, weil ich ständig in der Welt rumspringe, meine Pläne regelmäßig über den Haufen werfe und nirgends richtig ankomme. Aber mittlerweile haben sie sich an meinen Lebensstil gewöhnt.

Dass ich kein Spießerleben mit solidem 9-to-5-Job, Mann, Haus, Auto und Kind führen werde, wurde ihnen schon früh bewusst. Sie wundert es schon lange nicht mehr, wenn ich sage, dass ich die nächsten 6 Monate mal wieder weg bin. Das ist bei uns normal.

Petra // NURMUT

Petra Kochgruber

nurMut ist nicht nur ein Reiseblog, sondern ein Online Magazin, das Menschen Mut machen soll, Ihre Träume und Sehnsüchte (in meinem Falle z.B. Reisen & Schreiben) umzusetzen. Zeitweise oder ganz um- oder auszusteigen, um ein zufriedenes oder noch glücklicheres Leben zu führen. Und das im Zweifel auch nach vielen Jahren im klassischen "normalen Wahnsinn". Ich möchte mit meinen 20 Jahren "Karriere-Vorleben" mit gutem Beispiel vorangehen und vor allem den Ü40ern/ 50ern zeigen, dass es möglich ist, auch in diesem Alter noch etwas zu ändern, wenn man es wirklich möchte. Und ich möchte mit meinen/ unseren Reiserlebnissen Lust machen auf Reisen, die Leser unterhalten, zum Schmunzeln bringen und inspirieren. Zu kleinen oder grossen Schritten, Veränderungen...und Reisen...

Wie lange und warum reist du eigentlich?

Ich reise, seit ich 18 bin (das sind jetzt 31 Jahre). 20 Jahre lang habe ich klassisch Fulltime gearbeitet und konnte nur nebenher reisen. In den letzten Jahren wurde das immer mehr. Ich reise, weil ich ein neugieriger Mensch bin, weil Reisen den Horizont erweitert und einem Toleranz lehrt. Und weil die Welt zu schön & spannend ist, um nicht möglich viel von ihr zu sehen in diesem einen Menschenleben.

 

Was sagen deine Eltern dazu, dass du als digitale Nomadin / Weltenbummlerin die Welt bereist?

Mit 49 Jahren muss ich meine Eltern nicht mehr wirklich fragen. Aber natürlich waren sie all die Jahre immer besorgt, wenn ich auf Reisen war (und sind es immer noch). Aber auch stolz. Und sie bestärken mich darin, weil sie selbst früher nicht diese Möglichkeiten hatten. Seit ich "blogge" sind sie erst recht stolz und verfolgen den Blog gespannt. So nehmen Sie aus der Ferne Teil an meinen Reise- und sonstigen Erlebnissen. (Das Reise Gen habe ich allerdings eher von meiner Grossmutter geerbt).

 

 

 

Wie du siehst, gibt es nicht nur Reisende anfang 20. Nein, auch die Generation unserer Elten liebt es zu Reisen und die Welt zu entdecken.
Doch ihnen ist es oftmals nicht mehr so gegönnt und durch uns, ihren Kindern fällt es oftmals weg, den Rucksack packen zu können und einfach los zu ziehen. Aber genau aus diesem Grund fällt es unseren Eltern oftmals auch schwer, uns gehen zu lassen. Sie wissen ja was dort draußen, in dieser Welt so abgeht.

Aber sind wir mal ehrlich, wer einen gesunden Menschenverstand hat und sich auf seine Reise vorbereitet, der wird auch Sicher (hier findest du ein paar Tipps, wie du Sicher um die Welt kommst) durch die Welt kommen.
Kommuniziere mit deinen Eltern, zeige ihnen das du vorbereitet bist und nehme ihnen so ein wenig Ängste und schlimme Gedanken.

 

 


Wie findest du die Geschichte von Julia und Petra?
Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht?


 

 

Hier findest du alle Teile dieser Serie:

Wenn Kinder die Welt bereisen ...

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #1

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #3

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #4

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #5

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #6

Wenn Kinder die Welt bereisen ...   #7

 

 

Titelbild: unsplash.com // by Pedro Venâncio

Ich empfehle dir mit gutem Gewissen für deine Reisen:


Ich freue mich auf deinen freundlichen und hilfreichen Kommentar!